“ARSCH huh, ZÄNG ussenander!” – Ein ganz großer kölscher Auftritt

   
Ein ganz großer kölscher Auftritt

Die Vorbereitungen an der Deutzer Werft laufen: 200 000 Euro kostet die Veranstaltung nur, weil viele freiwillig helfen.  Foto: Belibasakis
Am Freitag findet in Köln die Kundgebung „Arsch huh, Zäng ussenander 2012“ auf der Deutzer Werft statt – genau 20 Jahre nach dem legendären Konzert auf dem Chlodwigplatz. Allerdings gibt es diesmal im Vorfeld nicht nur Harmonie. Von Jens Meifert
„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Mit diesem Auszug von Karl Valentin werden Mariele Millowitsch und Elke Heidenreich morgen Abend den Auftritt der Bläck Fööss auf der Deutzer Werft anmoderieren. Und dann wird die „Arsch huh“-Kundgebung allmählich in das vermutlich sehr stimmungsvolle Finale münden, zu dem beim „Stammbaum“ alle Künstler auf die Bühne kommen. Und das sind einige.

Genau 236 Sänger, Schauspieler und andere Prominente sind dabei, wenn es 20 Jahre nach dem legendären Konzert auf dem Chlodwigplatz zu einer neuen Kundgebung gegen Rechtsextreme kommt – mit der Rundschau als Medienpartner. Es gehe darum, „den Schwur zu erneuern“, hat Wolfgang Niedecken gesagt. Ein Signal in die Stadt wollen die Künstler aussenden, auch um auf die soziale Schieflage aufmerksam zu machen und für eine solidarische Stadt zu werben. Es mangelte im Vorfeld nicht an gewichtigen Worten: „Zur Liebe zu dieser Stadt gehört auch, dafür zu sorgen, dass sie nicht auseinanderbricht“, sagt Karl Heinz Pütz.

Der 58-jährige Verleger hat vor 20 Jahren die Kundgebung organisiert und hält auch dieses Mal die Strippen in der Hand. Mit 20 000 Besuchern rechnet er morgen auf der Deutzer Werft, einem Gelände, das den Kölnern bislang vor allem als „Kirmesplatz“ vertraut war. Die Temperaturen sollen laut Prognose milde sein, das Regenrisiko verschwindend. Wenn es gut läuft, könnten also durchaus einige Besucher mehr kommen.

Zumal der Eintritt frei ist und auf der Bühne alles vertreten sein wird, was das kölsche Hätz üblicherweise selig macht: Neben den Fööss, die Höhner, Tommy Engel, BAP, Brings und Kasalla. 30 Auftritte und noch einmal so viele Moderationen und Statements umfasst das Programm.

Allerdings gab es im Vorfeld Misstöne: Rolly Brings sagte seinen Auftritt wieder ab (siehe Interview), Kabarettist Jürgen Becker, Pfarrer Franz Meurer und Historiker Martin Stankowski wollten wegen inhaltlicher Beschränkung von Anfang an nicht dabei sein.

Die Veteranen der Branche wie Nick Nikitakis und Zeltinger werden ab 19 Uhr auf die Bühne gehen. Spektakulär dürfte aber schon der Beginn der Veranstaltung sein, wenn über 100 Bläser auf die Bühne kommen und „Treuen Husar“, „De hellije Zinte Mäetes“ und die „Arsch huh“-Hymne spielen. Pütz verspricht nach den Proben: „Das groovt wie Sau.“

Stell, stell, stell die Stadt op de Kopp

Rund 200 000 Euro kostet die Veranstaltung, laut Organisatoren ist das ein Drittel dessen, was es üblicherweise gekostet hätte. Wenn eben nicht viele Beteiligte ihre Hilfe angeboten hätten. Die Rheinenergie tritt als Sponsor auf und schenkt „Wasser vun Kölle“ an zwei Wagen aus. Zudem verkaufen die Organisatoren alkoholfreie Getränke, aber kein Bier. Bereits erschienen ist die CD „Arsch huh 2012“, auch der Verkauf von T-Shirts und Buch (ab Ende November) soll zur Finanzierung beitragen.

„Es wird auf jeden Fall Geld übrig bleiben“, sagt Pütz. Und es gebe genug soziale Initiativen, „die wir unterstützen wollen“. Anmoderiert werden die Künstler unter anderem von den Schauspielern Joachim Król und Dietmar Bär, Comedian Hella von Sinnen und WDR-Moderator Ranga Yogeshwar und Autor Frank Schätzing. „Mr. Rockpalast“ Peter Rüchel wird das Finale ankündigen.

Zu sehen sein werden auch Kölner Jugendliche, die in Videoclips Beiträge vorbereitet haben. Sie werden auf den drei Video-Leinwänden zu sehen sein. Die Bläck Fööss werden neben „Unsere Stammbaum“, der neuen „Arsch huh“-Hymne, „Schäl Sick“ und „En unserem Veedel“ spielen. Außerdem begleiten sie Wolfgang Niedecken und Peter Brings bei „Ahl dreckelije Stadt“. Die alte „Arsch huh“-Hymne spielen BAP als vorletztes Stück.

Der Zugang zur Deutzer Werft ist frei. Die Siegburger Straße in Deutz wird ebenso wie die Deutzer Brücke nicht gesperrt. Es gibt auf der Deutzer Brücke aber Sichtschutz, damit hier keine Besucher stehen bleiben. Das Gelände wollen die Veranstalter zum Rhein hin mit Gittern sichern. 130 Ordner sollen einen friedlichen Ablauf gewährleisten. 50 von ihnen kommen aus Kölner Karnevalsgesellschaften und werden als solche erkennbar sein. Es wird ein sehr kölscher Abend.

Quelle: http://www.rundschau-online.de/koeln/neuauflage-von–arsch-huh–ein-ganz-grosser-koelscher-auftritt,15185496,20820826.html

           
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