Büttenredner sezieren genüsslich die Polizei-Kritik von Simone Peter

   
Einmal wird Marc Metzger, der wieder als „Blötschkopp“ durch die Sitzungssäle zieht, sehr deutlich. Sonst tut er viel dafür, seinen Ruf als „einzig real existierender Blödsinnsmacher“ im Karneval zu zementieren und allerlei Klamauk von sich zu geben. Nun aber steht er auf der Bühne und ruft: „Respekt und Dankeschön an die Kölner Polizei.“ Und die Menschen im Saal jubeln, ihr Applaus signalisiert große Zustimmung.

 

Fotos: rundschau-online.de

 

 

Einmal wird Marc Metzger, der wieder als „Blötschkopp“ durch die Sitzungssäle zieht, sehr deutlich. Sonst tut er viel dafür, seinen Ruf als „einzig real existierender Blödsinnsmacher“ im Karneval zu zementieren und allerlei Klamauk von sich zu geben. Nun aber steht er auf der Bühne und ruft: „Respekt und Dankeschön an die Kölner Polizei.“ Und die Menschen im Saal jubeln, ihr Applaus signalisiert große Zustimmung.

Zwar wird das Kölner Dreigestirn erst am Freitag im Gürzenich proklamiert, doch der Sitzungskarneval ist bereits voll entbrannt. Und in der Bütt wird kübelweise Spott über der Grünen-Chefin Simone Peter vergossen. Nach ihrer Kritik am angeblich zu harten Silvester-Einsatz der Kölner Polizei hatte sie zwar kleinlaut zurückgerudert – vor Häme schützt sie das nicht. Jupp Menth, als „Ne kölsche Schutzmann“ quasi persönlich betroffen, verzichtet auf feinsinnige Wortspiele und schimpft: „Frau Peter, wenn Sie ein Kerl wären, würde ich sagen: Sie sind ein Arschloch.“ Auch hier gibt es viel Applaus.

 

Jörg Runge, als „Dä Tuppes vum Land“ ein Freund der feinen Reimrede, tituliert die Grünen-Chefin als „Schwaadlappe“ und empfiehlt für den nächsten Jahreswechsel: „Sie können am Dom einen Friedensbaum pflanzen – und im nächsten Jahr ihren Namen tanzen.“ Fritz Schopps, der voriges Jahr in seiner Rolle als „Rumpelstielzche“ durchaus die Überraschung der Session war und kurzerhand zur Fernsehsitzung eingeladen worden war, bezeichnet die Polizisten als „tapfere Schneiderlein“, die in der Silvesternacht ihren Job erledigen, während Frau Peter „vollgefressen am Tischlein-deck-dich sitzt.“ Das Wahljahr 2017 hätte durchaus angenehmer beginnen können für die Grünen.

Das Reizwort „Silvester“ reiche in der Regel schon aus, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erobern, hat Jörg Runge festgestellt, das könne man „wunderbar ausspielen“. Zur Gesamtthematik gehört auch die „Nafri“-Debatte – ist die polizeiinterne Abkürzung für Nordafrikaner nun eine Beleidigung, oder nicht? Marc Metzger spottet lakonisch: „Wenn du ne Afri-Cola bestellst, da haste direkt zehn Leute neben dir stehen, die diskutieren.“ Selbst wenn die Polizei kommendes Silvester Kölsch und Mettbrötchen verteile, beschwere sich hinterher einer: „Igitt, Alkohol und Schweinefleisch.“

 

 

Die Büttenredner haben dieses Mal keine Themenfindungsprobleme, die Präsidenten Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan und Donald Trump bieten reichlich Munition. „Von einer Demokratie ist die Türkei so weit entfernt wie der Papst von einer Nacht mit Helene Fischer“, witzelt Guido Cantz, der sein 25-jähriges Bühnenjubiläum im Karneval feiert. Dann widmet auch er sich Simone Peter und rät im Leben allgemein zur sprachlichen Vorsicht, um niemanden zu diffamieren. „Taschendieb heißt jetzt: Fachkraft für spontane Eigentumsübertragung“, meint er.

 

 

 

In der Stunksitzung müssen Nafris draußen bleiben – rein inhaltlich, versteht sich. Das Silvester-Thema sei im vergangenen Jahr dermaßen präsent gewesen, sagt Sprecher Winni Rau, „wir hatten nicht das Gefühl, dass wir es ins Programm nehmen müssen“. Im Übrigen habe das Ensemble mit Brexit, Trump und der AfD dieses Mal aus den Vollen schöpfen können. Nach dem Berliner Terrorangriff haben die Stunker eine Nummer für einige Tage nicht mehr gespielt: Darin spielt eine Karnevalsband auf, muss jedoch feststellen, dass sich das Repertoire aufgrund politischer Korrektheit nur noch bedingt eignet: „Ich ben ne Räuber“ (Antänzer-Gefahr), „Es ist noch Suppe da“ (Armut) und eben „Wir kommen alle in den Himmel“ („Selbstmordattentäter“). Inzwischen wird die Szene wieder gespielt.

 

 

Posted by kapaaf.de – Der KarnevalsBLOG on Dienstag, 3. Januar 2017

           
Aktuelle Top-Angebote der Telekom, Online-Vorteile, Attraktive Prämien
           

Kommentar verfassen