Begehrte Karten für die Damensitzungen

   

Schlange stehen für die Party

Dass die vier Damensitzungen der KG Rot-Weiß Lindlar immer schon ein Jahr im Voraus ausverkauft sind, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Ein Spitzenprogramm, der vergleichbar günstige Eintrittspreis, tolle Partystimmung sowie die Möglichkeit, Getränke und Verpflegung selber mitzubringen, locken alljährlich insgesamt mehr als 7.000 jecke Weiber das riesige Zelt.

Wer Karten für eine Lindlarer Damensitzung im kommenden Jahr haben möchte, muss sich am Sitzungstag früh auf den Weg machen. Foto: Sandra Sonntag




Um an die äußerst begehrten Karten für eine der Sitzungen zu gelangen, muss man allerdings schon einiges auf sich nehmen. Die Bestimmungen der KG sehen vor, dass Bestellungen erst ab Einlass entgegengenommen werden und nur für die Sitzung am entsprechenden Tag im kommenden Jahr gelten. War es in der Vergangenheit noch möglich, mit der Abgabe des Formulars kurz vor der Sitzung Karten zu erhalten, so hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verschärft. Und so bilden sich mittlerweile an den jeweiligen Sitzungstagen bereits ab den Morgenstunden Schlangen im Eingangsbereich des Festzeltes.

Diese Praxis sorgt nicht bei allen für Begeisterung: „Man muss einfach immer früher kommen, um sicherzugehen, dass man Karten bekommt“, erklärt beispielsweise Melanie aus Lindlar, deren Mutter am Tag der dritten Sitzung bereits um 6.30 Uhr für ihre Gruppe vor Ort und damit an diesem Tag die erste war. Schon um 8.30 Uhr ist das Foyer mit rund 50 Personen gut gefüllt, im Laufe des Vormittags wird die Schlange immer länger. In den meisten Gruppen hat man sich mit der Situation arrangiert und wechselt sich ab. „Wichtig ist, dass man sich merkt, wer vor und hinter einem steht und das dann an die Ablösung weitergibt, damit später kein Ärger entsteht“, empfehlen erfahrene „Ansteherinnen“, wie beispielsweise Heike aus Lindlar. Natürlich würde man sich wünschen, dass es einen anderen Weg gäbe, ohne das lästige Anstehen, erklären die meisten. Andere haben durchaus Verständnis: „Das sind ja alles Ehrenamtler, es geht wohl einfach nicht anders“.




„Warum kann man die Karten nicht online bestellen?“ ist die am häufigsten gehörte Frage an diesem Morgen. Dies sei aufgrund der riesigen Nachfrage einfach nicht umzusetzen erklärt Gerhard Brocks, Vorsitzender und Schatzmeister der KG Rot-Weiß: „Wenn wir das machen, und die Bestellungen an einem bestimmten Tag freigeben, bricht in kürzester Zeit das ganze System zusammen“. Außerdem müsse man sich dann an einen professionellen Anbieter anschließen, was eine Verteuerung der Karten nach sich zöge. „Man darf nicht vergessen, dass alle unsere Sitzungen komplett ehrenamtlich organisiert werden, unsere Mitglieder nehmen sich teilweise Urlaub, um hier wochenlang für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen“, betont KG-Geschäftsführer Michael Dlusniewski und ergänzt: „Wenn jemand eine bessere und vor allem praktikable Lösung hat, darf er uns das gerne mitteilen.“

Aktuell sei man davon überzeugt, mit der Annahme der Bestellungen zum Sitzungseinlass eine für alle faire Lösung anzubieten. „Wer früh genug hier ist, bekommt auch Karten,“, so KG-Mitglied Josef Wirtz. Auch mit dem sich hartnäckig haltenden Gerücht, große Kartenkontingente würden jedes Jahr an auswärtige Reiseunternehmen verkauft, und aufgrund dessen viele Lindlarerinnen leer ausgehen, räumt die KG Rot-Weiß auf: „Wir geben Karten ausschließlich an Privatpersonen ab. Wer Karten bestellen will muss sich anstellen, niemand wird bevorzugt“, stellt Brocks klar. Natürlich komme es aber vor, dass größere Gruppen Karten erhielten und ihre Anreise dann selber mit Bussen organisieren, was vermutlich zur Entstehung der Gerüchte geführt habe.




Nach Einlassbeginn um 12.30 Uhr geht es dann plötzlich ganz schnell. Die Zettel werden abgegeben, mit dem Eingangsstempel versehen, kopiert und vor allem werden die Bestellungen gezählt und genau im Computer erfasst. Um 12.50 Uhr ist die Schlange zu Ende und die dritte Damensitzung 2018 bis auf fünf Karten ausverkauft. Den beiden Damen der KG ist die Erleichterung anzusehen: „Dass es so genau passt, ist wirklich selten. Oft stehen noch viele in der Schlange und der Ärger ist groß, da müssen wir uns häufig einiges anhören, obwohl wir doch auch nichts daran ändern können. Ausverkauft ist ausverkauft.“

Währenddessen füllen sich die Tische im Zelt, Kölsch und Sekt beginnen zu fließen und die meisten der jecken Besucherinnen werden sich ganz sicher im nächsten Jahr anstellen, um auch 2019 wieder dabei zu sein.

Quelle: anzeigen-echo.de




           
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