Endlich wieder ein Dreigestirn

   

Prinzenproklamation mit karnevalistischem Programm – Mehrjährige Wartezeit auf Tollitäten beendet – Inthronisierung durch KG-Präsident.

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[Bilder: Michael Gauger  — Über 100 Auftritte warten auf Prinz Bernd II, Bauer Birgit und Jungfrau Manu.]

 

 

Ganze Vier Jahre stand die Gemeinde ohne ein Prinzenpaar oder Dreigestirn da. Zum zweiten Mal stellt nun die Karnevalsgesellschaft „Op d´r Hüh“ aus dem Nachbarort Schmitzhöhe die Tollitäten. „Schmitzhöhe hatte Mitleid mit uns, die Misere hat ein Ende und hier stehen zum 25. Mal Tollitäten auf der Bühne“, freute sich KG-Präsident Joachim Stüttem am Freitagabend.

 

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[Jochim Stüttem freut sich über neue Herrscher fürs närrische Volk.]

 

Da singt man einmal einen bekannten Karnevalshit, der nebenbei seinem persönlichem Wunschtraum entspricht, schon springt die Nachbarschaft darauf an und setzt alle Hebel in Bewegung. So geschehen beim nachbarschaftlichen Zusammensein im Nachbarort, als Bernd Joseph bei der Gartenpflege in munterer Gesellschaft „Enmol Prinz zu sinn…“ sang. Während Gattin Manuela den nun immer konkreter werdenden Plänen zögerlich entgegensah, war Nachbarin Birgit sofort Feuer und Flamme. Mit Markus Scherer, dem Lenkelner Bauern der Session 2007/2008, hatte man schnell den richtigen Mann für das Projekt an seiner Seite.

 

 

Bei der Proklamation durfte sich das Publikum im Kulturzentrum vorab über ein abwechslungreiches Programm freuen. Die Sünger Butzen, der KV Fenke, die Baulemänner aus Wipperfürth, die Schlossgarde Engelskirchen mit ihrer Marie und das Carnevals Comitee Hilden hatten Abordnungen geschickt. Auch das designierte Dreigestirn aus Engelskirchen machte seine Aufwartung. Ernst und Willi, zwei rüstige Rentner, banden in ihrem Zwiegespräch als erster Programmpunkt nach dem Einmarsch des Elferrates immer geschickt das Publikum mit ein. Sogar die Blumendekoration wurde kurzerhand einer netten jungen Dame am Bühnenrand überreicht. Von der kölschen Band „Lupo“ werde noch einiges kommen, meinte Sitzungspräsident Markus Günther. Die fünf Jungs ließen nichts anbrennen und rissen die Jecken mit ihrer Musik mitten aus der Domstadt sofort zum Schunkeln von den Stühlen.

 

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[Klein-Zoe wußte nicht so recht, was sie von Markus Günther halten sollte.]

 

 

Bis unter die Decke flogen die Mariechen des Tanzkorps der KG Dürscheder Mellsäck. Hier war es jedoch der junge Nachwuchs, der die Herzen des Publikums im Sturm eroberte. Die dreijährige Zoe fieberte so begeistert am Bühnenrand mit, dass Sitzungspräsident Günther ihr spontan seinen Sessionsorden überreichen wollte. Nach anfänglichem Zögern wechselte dieser schließlich den Besitzer. „Der schönste Korb, den ich je bekommen habe“, bemerkte Günther lachend. Musikalisch rockten im Anschluss die „Sternrocker“ und die „Rabaue“ weiter und der Saal machte kräftig mit. Auch wenn die Veranstaltung leider nicht ausverkauft war, so wurde mit der Bürgergarde Blau-Gold zumindest die Bühne übervölkert. Mit drei Reisebussen war die weit mehr als 100 Mann starke Truppe angereist, im Gepäck natürlich auch ihr „Tanzmariechen“ Denise Willems, mit Offizier Marc Nelles. Den Höhepunkt des Abends, das Dreigestirn, spielten sie mit deftigen Marschklängen in den Saal.

Stüttem proklamierte das Trifolium mit einer humorvollen Rede, garniert mit feinen Spitzen und Anmerkungen zum jeweiligen Geburtsjahr. Auch Bürgermeister Dr. Georg Ludwig, der den ersten Prinzenorden erhielt, war hocherfreut und meinte spontan: „Ich muss euch drei erstmal drücken“. Prinz Bernd II. ist ein waschechter Lenkelner Jung, 56 Jahre alt, wohnhaft in Schmitzhöhe. Der dort ansässigen Schützenbruderschaft war er im Jahr 2003 bereits ein guter König, besitzt also Führungsqualitäten, wie Stüttem feststellte. Nach der Ausbildung folgten Weiterbildungen, die ihn beruflich zur Stadtverwaltung Langenfeld führten. Gattin Manu ist nicht nur die Ehefrau, sondern auch Kollegin, da sie ebenfalls dort tätig ist. Seit vier Jahren ist er Mitglied der KG.

 

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[Nicht ausverkauft, aber bei sehr guter Stimmung wurde kräftig gefeiert.]

 

 

Bauer Birgit (Kuth) ist zwar in Düsseldorf geboren, glücklicherweise aber in der Karnevalshochburg Köln aufgewachsen. Als Frohnatur ist sie seit 14 Jahren KG-Mitglied und fand seinerzeit als Begleitung des damaligen Dreigestirns bereits Gefallen daran vielleicht selbst einmal Teil eines solchen zu werden. Gatte Dieter und Tochter Manuela unterstützen sie, wenn sie sich nun einen Traum erfüllt und als erster weiblicher Bauer Lindlars durch die Säle zieht.

Jungfrau Manu (Manuela Joseph) stammt gebürtig aus Leverkusen und lernte den Karneval dort kennen, bevor es nach Langenfeld ging. Hier machte sie die Ausbildung und arbeitet seit 17 Jahren im Ordnungsamt der Stadtverwaltung. „Die Knöllchen landen direkt auf ihrem Tisch“, scherzte Stüttem, „Falschparken ist also erst während der tollen Tage kostenlos“. Ihren Mann „Prinz Bernd“ lernte sie im Karneval kennen und lieben. Mit Manu´s Sohn Robin und Bernds Tochter Stephanie bilden sie eine Patchwork-Familie.

Nach Vorstellung der in Blau-Weiss gekleideten Adjutanten und Verlesung der närrischen Paragraphen wurden erste Orden verliehen, bevor Sitzungspräsident Günther das Motto der Tollitäten, „Miteinander – Füreinander“, mit treffenden Worten auf die derzeitige gesellschaftliche Situation bezog und den offiziellen Teil beendete.

 

Quelle: oberberg-aktuell.de

 

 

 

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