Kölle, pass op! Björn Heuser warnt: Kölsches Kulturgut gefährdet!

   
Erst die Veranstaltung „Immer wieder kölsche Lieder“ zum Sessionsbeginn, dann die Hänneschen-Puppensitzung und jetzt auch noch das Millowitsch-Theater: Für kölsche Kultur im TV wird die Luft dünn! Der Aufschrei der Kölschen ist laut – und das absolut zurecht.
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 Björn Heuser sorgt sich um das kölsche Kulturgut. Foto: Patric Fouad

 

 

Da möchte ich nicht in der Haut des WDR-Intendant en Tom Buhrow stecken. Andererseits: In großen Unternehmen müssen nun mal manchmal auch unangenehme Entscheidungen getroffen werden, das war  schon immer so. Der Sender hat aber auch eine gewisse Verantwortung – und vor allem älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern darf man nicht vor den Kopf stoßen, indem man radikale Einschnitte vollzieht.

Ein gutes hat das Thema aber auch: Ist es nicht im Grunde sinnvoll, dass diese Diskussion so hitzig geführt wird? Das zeigt doch, dass die Kölschen sich für ihre Kultur, ihre Sprache und das Stadtgeschehen interessieren. Und das ist wichtig! Das Problem ist in meinen Augen folgendes: Das komplette Unterhaltungssystem hat sich verändert.

Qualitativ minderwertiger?

Alles ist viel schnelllebiger, größer, unübersichtlicher und zum Teil auch qualitativ minderwertiger geworden. Nicht nur in der Unterhaltungselektronik, wo Geräte regelrecht so produziert werden, dass sie nach ein, zwei Jahren nur noch mit Elektromüll gleichzusetzen sind. Auch in Unterhaltungsformaten im Fernsehen hat sich doch ehrlicherweise in den letzten Jahren viel getan.

„Wetten dass…?“ ist Geschichte, überhaupt haben die großen Samstagabendshows längst nicht mehr den Stellenwert wie noch vor zehn Jahren. Zurecht? Stattdessen werden immer mehr Inhalte über das Internet gezogen, weil es einfach schneller geht und man innerhalb weniger Sekunden genau das hat, was man sucht und braucht.

 

 

Millowitsch fott? Kölle, pass op!

Stellt sich die Frage: Wie kann man in dieser Gemengelage kölsche Formate an den Mann beziehungsweise  ins Wohnzimmer bringen?  Denn gerade in Köln  ist das   Kulturgut –  zum Beispiel in Form der  Songs, aber auch  der Mundarttheaterstücke –  ein ganz wichtiger Bestandteil zur Bildung der Stadtidentität.

All die kölschen Liedermacher und Interpreten wie zum Beispiel Bläck Fööss und Brings – um nur zwei von inzwischen Hunderten kölschen Bands oder Solokünstlern zu nennen – halten das Leben der Stadt in ihren Songs fest,  sie erzählen Geschichten von den Menschen die hier leben; das ist das ganz besondere an dieser Stadt.

Gleiches gilt für die Familie Millowitsch, die besonders früher in schwierigeren Zeiten Köln als humorvolle, besuchenswerte und attraktive Stadt nach außen hin präsentiert hat. Wir alle profitieren heute von dem, was all diese Künstler, Autoren, Musiker und  Schauspieler  für unsere Stadt getan haben.

 

 

Kölsches Kulturgut erhalten

Dieses extrem wertvolle Kulturgut gehört uns allen, aber – und das muss jedem, der es beansprucht auch klar sein – wir alle müssen darauf achten, es schätzen und respektvoll damit umgehen. Denn wenn wir diese Werte missachten und sie egal werden, dann beginnen wir damit, uns als Kölsche selbst abzuschaffen.

Also was tun? Ich hätte da einen Vorschlag. Meine kölsche Lösung: Theater lebt davon, dass es spontan, live und zum anfassen ist.
Vielleicht ist es ja eine Idee, auf einen Abend vor der heimischen Mattscheibe zu verzichten, kütt jo suwiesu nix, und ihn stattdessen im Theater zu verbringen. Denn da haben sowieso alle das meiste von!

Quelle: express.de

 

 

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