Jupp Menth – „Ne kölsche Schutzmann“ – verlässt die Bütt

   

Nach Debatte um frauenfeindliche Witze – Herzprobleme 

Jupp Menth alias „Ne kölsche Schutzmann“ hat gesundheitliche Probleme. Zuletzt hatte er Grünen-Chefin Simone Peter als „Arschloch“ bezeichnet. Foto: rundschau-online.de




Alle Überredungskünste wären vergebens, diese Einsicht hat sich schnell bei Karnevals-Manager Horst Müller, Inhaber der Agentur „alaaaf“, eingestellt. Am Samstag besuchte er Jupp Menth (70) in seinem Haus in Widdersdorf, doch ein Zurück gab es da schon nicht mehr. Der kölsche Schutzmann hatte seine Entscheidung getroffen. Er wird mit sofortiger Wirkung von der Bühne abtreten und seine Uniform samt Pickelhaube in den Schrank legen. Alle Auftritte des Redners in dieser Session müssen nun anders besetzt werden.

In der Nacht zu Samstag hatte Menth offenbar unter heftigen Herzrhythmus-Störungen gelitten, immer wieder hatte er in den vergangenen Jahren Probleme mit dem Herzen. Auch einer Bypass-Operation hatte er sich einst unterziehen müssen. Und die vergangenen Tage waren durchaus aufwühlend für den Polizisten im Ruhestand, der einst auf der Eigelstein-Wache arbeitete. Die IG Metall hatte Menth wegen frauenfeindlicher Witze aus dem Programm gestrichen, anschließend war eine heftige Debatte über seine Person entflammt.




In den Sälen war Menth für seine Zoten gefeiert worden, als habe es nie eine Diskussion darüber gegeben, wie lustig es denn nun ist, die Grünen-Chefin Simone Peters wegen ihrer Kritik am Silvester-Einsatz der Kölner Polizei als „Arschloch“ zu titulieren. Oder über ihre Partei-Kollegin Claudia Roth, modisch gerne farbenfroh unterwegs, zu erzählen, sie werden in der Paarungszeit vom Bunt-Specht angeflogen – „obwohl sie rein ornithologisch von Vögeln gar keine Ahnung hat“. Der IG Metall war das zu viel.

Jupp Menth galt in den vergangenen Jahren stets als der letzte kölsche Redner, ein Original, der sich schon mal mit Fernsehmenschen anlegt, weil sie ihn überreden wollten, bei der Fernsehsitzung doch bitte ein wenig mehr Hochdeutsch zu sprechen. Doch Menth blieb sich treu, er blieb der kölsche Schutzmann.

Schon vor drei Jahren hatte er sich eigentlich von den großen Bühnen zurückziehen wollen. Damals erlitt sein Kollege Marc Metzger einen Zusammenbruch, Burnout, so dass die plötzlich aufgetretenen Lücken in den Sitzungsprogrammen gefüllt werden mussten. Auch Jupp Menth hatte viele Auftritte übernommen – und war plötzlich wieder ein gefeierter Mann im Kölner Karneval.




Stressfaktor Karneval

Der Rücktritt des kölschen Schutzmanns wird nun auch wieder die Debatte über den Stressfaktor Karneval auslösen. Es wird diskutiert werden, unter welchen Bedingungen Redner auf den großen Bühnen stehen. Erst rocken die populären Bands den Saal, die Menschen tanzen auf den Stühlen, dann kommen die Redner und müssen das ausgerastete Publikum wieder einfangen. Manch einer mag seine Gage als Schmerzensgeld ansehen.

Jupp Menth will nun statt Schutzmann vor allem Großvater sein und sich um seinen Enkel kümmern. Ein paar Hobbys hat er außerdem noch. Auf der Bühne wird eine Figur fehlen, ein Typenredner, wie es sie nicht mehr oft gibt.

Quelle: rundschau-online.de




           
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