kapaaf-Info: Wie funktioniert eigentlich der Fernsehkarneval?

   
Habt ihr Euch schonmal gefragt wie eigentlich der Karneval im Fernsehen funktioniert? Wir haben einen schönen Artikel dazu in der Kölner Rundschau gefunden …
 
So funktioniert der Fernsehkarneval
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein herrliches Bild: Mit großem Aufwand setzen die Sender den Karneval in Szene. Foto: Hanao
 
Das erste Alaaf hat es in sich. Die Gardisten der Ehrengarde stehen auf der Bühne des Sartory, Präsident Frank Remagen moderiert: „Auf das ZDF, den kölschen Fasteleer und die Devise: Mit dem Zweiten siehst du auch den Karneval besser. Dreimol Kölle Alaaf“.
 

Das erste Alaaf hat es in sich. Die Gardisten der Ehrengarde stehen auf der Bühne des Sartory, Präsident Frank Remagen moderiert: „Auf das ZDF, den kölschen Fasteleer und die Devise: Mit dem Zweiten siehst du auch den Karneval besser. Dreimol Kölle Alaaf“. Jedem Karnevalisten tut solch eine Anbiederung ans Fernsehen weh. Aber das Geld heiligt in diesem Fall die Mittel.

Wichtige Einnahmen

„Ohne Fernsehsitzungen gäbe es den Rosenmontagszug nicht“, sagt Dr. Joachim Wüst, Vizepräsident des Festkomitees und Gestalter der Fernsehsitzungen. Denn der Höhepunkt des Straßenkarnevals kostet das Festkomitee nach eigenen Angaben rund eine Million Euro. Einen Teil der Summe bringen die Gesellschaften und Teilnehmer des Zuges auf – der Rest kommt vom Fernsehen. Das Festkomitee hat Verträge mit ARD und ZDF geschlossen. Jede Fernsehsitzung bringt dem Festkomitee einen sechsstelligen Betrag ein.

Keine doppelten Redner

Die Organisation der zwei ZDF-Sitzungen und einer ARD-Sitzung ist eine aufwendige Sache. Denn nicht jeder Redner darf in jedem Sender auftreten. „Auf jeder Fernsehsitzung sind fünf Redner zu sehen, insgesamt benötige ich also 15 Redner“, erklärt Wüst. Bernd Stelter beispielsweise darf nur bei der ARD-Sitzung auftreten, weil er für den WDR als Moderator (NRW-Duell) arbeitet. Durch die Ausfälle von Willibert Pauels und Marc Metzger sind deshalb neue Gesichter wie Volker Weininger (Der Sitzungspräsident) oder Thomas Cüpper (Et Klimpermännche) zu sehen. „Für die Zukunft des Sitzungskarnevals sehe ich das sehr positiv“, sagt Wüst.

Dreifache Gage

Fernsehsitzungen sind teuer. Jeder Künstler und jede Musikgruppe erhält wegen der Würdigung der Urheberrechte die doppelte Gage. Büttenredner kassieren sogar den dreifachen Satz. Denn sie müssen schriftlich versichern, nicht mit der gleichen Rede auch in einem anderen Sender aufzutreten. Für eine normale Sitzung fallen rund 20 000 Euro für Gagenzahlungen an. Bei einer Fernsehsitzung sind es etwa 45 000 Euro.

Welche KG profitiert?

Für Karnevalsgesellschaften sind TV-Sitzungen ein lohnendes Geschäft. Weil das Festkomitee das Programm bezahlt, profitieren die Gesellschaften zu 100 Prozent vom Kartenverkauf. Wer eine TV-Sitzung veranstalten möchte, muss sich beim Festkomitee bewerben. Die ZDF-Mädchensitzung wird im Wechsel von einer Korpsgesellschaft und einer Komitee-Gesellschaft ausgerichtet. Im kommenden Jahr sollen die Altstädter am Zug sein. Die ZDF-Kostümsitzung wird auf Wunsch des Senders schon seit Jahren von der Ehrengarde bestritten. Die ARD-Sitzung richtet das Festkomitee selbst aus.

Die Ausstrahlungen

Die ARD-Sitzung „Karneval in Köln“, die am 30. Januar und am 1. Februar im Gürzenich aufgezeichnet wird, ist Rosenmontag um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. Das ZDF zeigt die Sitzung „Typisch kölsch“ am 29. Januar um 20.15 Uhr und die Mädchensitzung „Kölle bliev Kölle“ an Weiberfastnacht, 7. Februar, um 20.15 Uhr.

Von Thorsten Moeck

Quelle: http://www.rundschau-online.de/karneval-in-koeln/zdf-so-funktioniert-der-fernsehkarneval,16793902,21443802.html

           
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