Kölner feiern Karneval in Düsseldorf – Aufruf schlägt hohe Wellen

   

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Botschafter des Brauchtums: Denis Welter hat sich gestern am Hauptbahnhof schon mal über die Abfahrtszeiten nach Düsseldorf informiert. (Foto: Horn)

Am 13. März holen die Jecken in Düsseldorf ihren Rosenmontagszug nach. Denis Welter hat nun im Internet dazu aufgerufen in die „verbotene Stadt“ zu reisen um dort das Brauchtum zu zelebrieren. Der Aufruf schlägt große Wellen.

Fürs Brauchtum geht Denis Welter auch dahin wo, es weh tut. Die Strecke nach Düsseldorf kennt er gut, am Montag hat er sich sicherheitshalber am Bahnhof über die Abfahrtszeiten informiert. Am 13. März holen die Jecken 30 Kilometer weiter rheinabwärts ihren Rosenmontagszug nach, vor einer Woche hatte sie ihn aufgrund der Sturmwarnung abgesagt. Welter hat im Internet aufgerufen: „Mir kumme mit Allemann vorbei.“ 13 000 Liebhaber (Stand Montag) hat die Initiative gefunden, rund 3500 Menschen wollen in die „verbotene Stadt“ reisen, um das Brauchtum zu zelebrieren. Zu vermuten ist: Die Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten.

Welter ist selbst ernannter Botschafter des kölschen Fastelovends. Die Idee sei aus dem „Aschermittwochsblues“ heraus entstanden, sagt der Mann aus Flittard, der seit fünf Jahren Mitglied der örtlichen KG ist. Auf Facebook schreibt er vollmundig: „Wir Kölner haben die einmalige Chance, den Düsseldorfern zu zeigen, wie Karneval richtig funktioniert.“ Es sei doch für die Düsseldorfer Narren bitter gewesen, am Rosenmontag in die Röhre schauen zu müssen, ergänzt der 34-Jährige. Und in einer solchen Notsituation müssten die Jecken über alle Grenzen hinweg zusammenrücken. Er sei völlig frei von Häme, sagt er. Natürlich bräuchten die Düsseldorfer keine Nachhilfe. Ganz ehrlich.

Inzwischen ist das Thema in der Landeshauptstadt angekommen. Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) kehrte gestern von der langfristig geplanten Reise nach Teneriffa zurück. Das Kölner Begehren, eine eigene Tribüne zu bekommen, wurde abschlägig beschieden. „Wir wollen aber eine eigene Ecke haben“, sagt Welter. Es wäre doch schön, „wenn wir als Gruppe zu erkennen wären“.

Um dies zu fördern, hat er als Bekleidungstipp für die kölschen Jecken „rot und weiß“ oder aber die Uniform der jeweiligen Gesellschaft empfohlen. Dummerweise sind auch die Düsseldorfer Stadtfarben in rot und weiß gehalten – das ist Welter auch aufgefallen.

Mutmaßlich wird beim Kölner Festkomitee eine hochoffizielle Einladung zum Zoch eingehen. „Da haben wir uns noch nicht mit beschäftigt“, sagt Sigrid Krebs, Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval. Grundsätzlich sei aber „die Litewka im Schrank“. Wer privat nach Düsseldorf fahren möchte, könne dies natürlich gerne tun. Brauchtumsbotschafter Welter hatte auf grünes Licht vom Festkomitee fürs Tragen der Uniform gehofft. Offiziell muss die nämlich von Aschermittwoch bis zum Elften im Elften im Schrank bleiben. Krebs sagt: „Da würde man vielleicht eine salomonische Lösung finden.“

Wagenbauer Jacques Tilly muss für den Düsseldorfer Zoch einige Persiflagewagen neu bauen. „Was ich neu mache, weiß ich noch nicht genau“, sagt er. Er wolle wie immer kurzfristig auf Entwicklungen reagieren. Ein ausrangierter Kölner Wagen sei ihm noch nicht angeboten worden. Ein prominenter Kölner wird in jedem Fall an seiner Seite sein: Kabarettist Jürgen Becker wird im Zoch mitfahren.

Denis Welter (34) ist gebürtiger Kölner und seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Karnevalist. Er ist seit vielen Jahren Mitglied der Flittarder Karnevalsgesellschaft und betreibt das Online-Magazin „Kölner Karneval“.

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