Kölner Funken Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.

   

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Bereits 1854 hatten eine Gruppe als Bombardiere (Kanoniere) den Rosenmontagszug in den Reihen  der lose zusammengestellten Gruppe der ehemaligen Stadtsoldaten, der Roten Funken mitgemacht, um die Artillerie der ehemaligen Stadtsoldaten wieder aufleben zu lassen. Ab 1868 führten sie auch Geschütze mit.

Zu dieser Zeit gab es in Köln einen Stammtisch, der sich „Deftige Kölner Bürger“ nannte. Die Mitglieder trafen sich regelmäßig, um über die Politik im Lande zu diskutieren. Vorsitzender war der Kunsthändler Franz Bourgeois. 1870 gründeten die Mitglieder des Stammtischs, die sich auch „Nationaler Club“ nannten,  die Kölner Funken Artillerie, kurz die „Blauen Funken“. Die Gesellschaft wurde als bespannte Einheit mit Zugpferden und Meldern gegründet. Daraus entwickelte sich später im Rosenmontagszug das Reiterkorps der Blauen Funken. Mit ihrer Gründung zogen die Blauen Funken auch die „Kanoniere“, die genau wie die Roten Funken unter der Leitung von Anton Reintgen (Tünn vun Düx) als historische Gruppe schon an den ersten Rosenmontagszügen teilnahmen, auf ihre Seite. Damit war durch den Bezug auf die Kölnische Stadtartillerie eine Tradition gegeben, auf die die Gesellschaft aufbauen konnte.

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Fotos: Kölner Funken Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.

Die Gründung der Blauen Funken sollte aber auch eine Referenz an die Preußen sein, denn 1870 war das Jahr der Reichsgründung und die Gründer kamen aus einer politischen Diskussionsrunde. So zog mit den Blauen Funken erstmals etwas Patriotismus in den Karneval ein. Die Persiflage kam später dazu. Erst einmal profitierte die neue Gesellschaft davon, dass sich die Artilleristen von der Gruppe der Roten Funken trennten und sich den Blauen Funken anschloss, was nicht ganz im guten Einvernehmen geschah.

Nach dem Krieg 1870/71 waren auch die neuen Uniformen fertig. Die Blauen Funken traten in den blau-weißen Uniformen der Ansbach Bayreuther Dragoner in den Karneval. Dabei interessierte sie weniger die Waffengattung als die Farbe der Uniformen, die sich deutlich von der, der Roten Funken abhob.

Bereits 1875 gehörten Sitzungen und Bälle zum Programm der neu gegründeten Gesellschaft. Auch das Korps wurde weiter ausgebaut. Das Verhältnis zu den Roten Funken war eher etwas kühl, denn es war den Roten Funken nicht recht, dass nun noch ein Funkenkorps in den Karneval Einzug hielt. Aber auch die übrigen traditions-bewussten Gesellschaften im Kölner Karneval standen der neuen Gesellschaft kritische gegenüber. So gab es auch Streitereien über die Platzierung im Rosenmontagszug. Natürlich wollten die Blauen Funken als komplette Gruppe im Zug mitziehen. Das Festordnende Komitee wollte aber nur eine kleine Gruppe mitziehen lassen, weil es der Meinung war zweimal Funken sei einmal zuviel. Da mussten die Blauen Funken sich etwas einfallen lasen. Sie trafen sich an einem bestimmten Platz am Zugweg, und als der Zug um die Ecke bog, setzten sie sich unter dem Beifall der Zuschauer an die Spitze des Zuges. Seitdem haben die Blauen Funken traditions-gemäß die Spitze im Rosenmontagszug.

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Bereits 1886 stellten die Blauen Funken mit Ludwig Deichmann erstmals den Prinz Karneval. 1906 bekam die Gesellschaft eine originale Feldhaubitze geschenkt. Sie haben nie gelernt damit umzugehen, denn sie sehen nur die Parodie auf den militärischen Drill. Bis heute dient die Feldhaubitze als „Kamellenkanone“. Diese Kanone ist auch das Emblem auf der Funkenfahne, wo auf dem Kanonenrohr die Marie sitzt. Der Funkeneid bezieht sich ebenfalls auf die Kanone. Er beginnt mit den Worten: „Auf das Zündloch der Kanone schwört der Vater mit dem Sohne“.


Im Gegensatz zu den Roten Funken tragen die Blauen Funken keine Gewehre (Knabüß) mit sich,  sie tragen einen Degen an der Uniform. Beim richtigen Militär trug man eine Hieb- und Stichwaffe, die bei den Berittenen mit einem Faustriemen versehen war. Beim Nahkampf konnte man sie so am Handgelenkbefestigen. An der farblichen Zusammensetzung des Riemens oder Troddels erkannte man zu welcher Schwadron, Batterie oder Eskadron der einzelne Soldat gehörte. Die Gruppen der Blauen Funken unterscheiden sich durch Schulterstücke auf der Uniform.

Die Blauen Funken mit ihren über 400 Mitgliedern bestehen aus vier Gruppen dem Korps, dem Reservekorps, dem Senat und den inaktiven Mitgliedern. Jede Gruppe führt ihr Eigenleben und fügt sich im Karneval als Ganzes zusammen. Die Bindung der Gruppen untereinander, aber auch zur Gesellschaft ist so stark, dass ein homogenes Gesellschaftsleben gewährleistet ist. Außerdem haben die Blauen Funken eine Kindertanzgruppe. An der Spitze des Korps steht der Kommandant. Das Mariechen, das einzige weibliche Mitglied der Gesellschaft, mit seinem Tanzoffizier repräsentiert es das Korps und die Gesellschaft. Mit dem Ausscheiden der Marie erlischt auch deren Mitgliedschaft.

Präsident und Kommandant ist seit 2014
Peter Griesemann

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alles Weitere über die Kölner Funken Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.

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