Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 – Doppeltes Mariechen

   

Der Tanzoffizier der Roten Funken, Pascal Solscheid, mit seinen beiden Mariechen: Jacqueline Denise Melcher (l.) und Tanja Wolters Foto: Stefan Worring

Erstmals ziehen die „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823“ mit zwei Mariechen in Session 2013. Die neue Marie Jacqueline Denise Melcher erlitt einen offenen Schienbeinbruch. Vor Anfang Dezember ist nun an Tanzen nicht zu denken.

Von Stefan Worring
Köln. Das hat es in 189 Jahren noch nicht gegeben: Die „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823“ gehen erstmals mit zwei Mariechen in den anstehenden Karneval. Beim traditionellen Sessionsauftakt am Rote-Funken-Plätzchen in der Altstadt verkündete Präsident Heinz-Günther Hunold, dass neben der neuen Marie Jacqueline Denise Melcher auch das frühere Funkenmariechen Tanja Wolters mit in die kurze Session 2013 ziehen soll.

Aber immer schön der Reihe nach: Kurz nachdem das seitherige Mariechen Martina Pourrier am letzten Aschermittwoch aus beruflichen Gründen tränenreich in den tänzerischen Ruhestand ging, konnten die Funken Jacqueline Denise Melcher von der Lechenicher Stadtgarde als deren Nachfolgerin vorstellen.

Doch „Jacky“ wurde im Sommer zur Pechmarie. Auf dem Weg zum Training (Funke, opjepass! Die Dame trainiert neben Tanzen auch Kampfsport), beladen mit einem Tablett Plätzchen „für meine Jungs“, stolperte sie „eine zweistufige, handgemachte Steintreppe hoch“ – der Rest waren Schmerzen. Ein offener, doppelter Schienbeinbruch wurde „genagelt und mit drei Schrauben fixiert, die ein Jahr da drinbleiben müssen“. An Trainieren, geschweige denn Tanzen, sei vor Anfang Dezember nicht zu denken. Kaum aus der Narkose aufgewacht, habe sie Corps-Adjutant Jens Egg angerufen und ihm von dem Unglück berichtet. Und die Funken reagierten, wie sie im Rosenmontagszug laufen: immer mit der Ruhe.

Und so stellten sie jetzt, zwei Monate später, Tanja Wolters als hoch qualifizierte Aushilfe vor. Wolters hatte bis 2006 sieben Jahre lang sehr erfolgreich für die Funken getanzt.
Ihre beste Freundin Andrea Schupp, die das Funkentanzpaar trainiert, hatte ihr bereits von dem Unfall berichtet. Dennoch wurde Wolters vom Anruf des Präsidenten und dessen Anfrage überrascht. Eine Nacht habe sie drüber geschlafen: „Dann war klar, ich will den Funkenfreunden helfen.“

Am nächsten Tag begann das Training mit Tanzoffizier Pascal Solscheid, und es klappt schon wieder ganz gut: „Die Akrobatik ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht, nur Kondition und Gelenkigkeit fehlen. Aber ich habe richtig Spaß.“ Bleiben sechs Wochen bis zum ersten Auftritt für die unverhoffte Goldmarie. Und wenn die Pechmarie dann auch fit sein sollte, treten sie halt zu zweit auf. Glückliche Funken.

Quelle: http://www.ksta.de/karneval-in-koeln/koelsche-funke-rut-wiess-das-doppelte-mariechen,20678398,20862476.html

           
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