Marc Metzger sagt Theaterstück an der Volksbühne ab

   

Der neue Lärmschutz an der Volksbühne am Rudolfplatz hat jetzt sein erstes Opfer gefordert: Marc Metzger (44) muss „Das elfte Gebot“ im August absagen.

Erstes Opfer der neuen Lärmschutz-Richtlinie in der Volksbühne: Marc Metzger muss sein Stück „das elfte gebot“ absagen. Foto: Daniela Decker




„Zu wenig Spielzeit“

Er hat knapp zwei Jahre geschrieben und getüftelt, geschuftet und geplant. Doch jetzt muss Marc Metzger schweren Herzens sein geplantes Theaterstück „Das elfte Gebot“ in der Volksbühne absagen. Grund dafür sind die neuen Lärmschutzrichtlinien in der Spielstätte an der Aachener Straße.

Nur Zeit für 40 Minuten

„Wir haben alles probiert, aber es macht einfach keinen Sinn“, sagt ein geknickter „Blötschkopp“ im EXPRESS-Gespräch. „Wir haben drei Zeitstunden eingeplant. Aber mit der neuen Regelung und unserer Anfangszeit von 20 Uhr ist das einfach nicht machbar“, rechnet das Multitalent vor. „Mit Pause würden wir nur auf eine Spielzeit von zwei Mal 20 Minuten kommen. Das ist lachhaft für ein Theater.“

Um 22 Uhr muss absolute Ruhe herrschen

Nach Anwohnerbeschwerden muss um 22 Uhr Ruhe im Theater herrschen, und diese Zeit kann Metzger mit seinem zehnköpfigen Ensemble und Band niemals einhalten. Metzger weiter: „Die Zuschauer tun mir leid, denn wir wollten ja extra in die Volksbühne, um das Volkstheater wieder neu zu beleben.“




Alles war auf die Volksbühne ausgerichtet

Doch daraus wird jetzt nichts, auch eine Vorverlegung in Sachen Uhrzeit kommt für Metzger nicht in Frage. „Es kommen viele Menschen aus dem Umland. Da können wir nicht einfach unter der Woche früher beginnen.“

Eine Verlegung in eine andere Spielstätte kam für das Team ebenfalls nicht in Betracht. „Es war alles ausgerichtet auf dieses Theater, denn es ging ja darum, diese historische Spielstätte wieder stärker in den Fokus zu rücken.“

Tickets können zurückgegeben werden

Mehrere hundert Tickets sind bereits verkauft worden – diese können ab sofort an den Verkaufsstellen zurückgegeben werden.

Für Marc Metzger zwar ein Verlust, aber das ärgert ihn überhaupt nicht. „Es ärgert mich für Köln. Denn es gibt mittlerweile fast kein Ort mehr, wo das Ordnungsamt nicht um 22 Uhr auf der Matte steht.“

Gegen die Anwohner hegt Metzger aber keinen Groll. „Natürlich muss man die Menschen auch verstehen und es tut mir auch sehr leid für die Volksbühnen-Macher.“

Verlegung ins nächste Jahr?

Unterdessen gibt es Überlegungen, das Stück ein paar Monate später zu spielen, dann zu einer früheren Uhrzeit. Daran sind viele Unwägbarkeiten geknüpft: „Die Schauspieler müssen verfügbar sein und es muss terminlich passen“, meint der „Blötschkopp“.

Volksbühnen-Chef Birger Steinbrück bedauert den Schritt: „Wir werden natürlich noch einmal mit ihm sprechen und nach Lösungen suchen“, kündigt er an.

Quelle: express.de




 

 

           
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