Kölner Motto der Session 2018 – „Mer Kölsche DANZE us der Reih“

   

Bei seinem letzten Zoch als Zugleiter wirkte es fast so, als habe Christoph Kuckelkorn übermenschliche Fähigkeiten entwickelt. Als sei er omnipräsent, führte er die Jeckenparade über den gesamten Weg an, tauchte dann plötzlich auf der Severinstraße wieder am Zugende auf, um schließlich erneut vorneweg bei der Auflösung des Zuges an der Mohrenstraße die „Parade“ der Gruppen und Wagen abzunehmen. Und wofür das Kabinettstückchen? Um erstmals hinter dem Wagen des Dreigestirns und vor den Kameras der versammelten Presse das Motto der Session 2017/2018 zu enthüllen: Mer Kölsche danze us der Reih.

Aufforderung zum Tanz: Christoph Kuckelkorn (l.) und sein designierter Nachfolger Alexander Dieper zeigen das neue Motto. Foto: Beibasakis




Reminiszenz an das rebellische Wesen

Die Neuerung ist ein bisschen aus der Not geboren: Traditionell wurde das Motto der kommenden Session in den vergangenen Jahren am Karnevalsdienstag beim sogenannten Prinzenfrühstück vorgestellt. Dazu hatte der Gastronom Jochen Blatzheim in den Gürzenich geladen. Doch der hat die Bewirtung von Kölns erster Adresse abgegeben. Damit war dann auch die Einladung passé. So musste eine neue Plattform für das künftige Motto gefunden werden. Und was könnte für die Vorfreude besser geeignet sein, als das Zugende, an dem viele Jecken ob des nahenden Ausklangs der aktuellen Session eine leichte Traurigkeit beschleicht. Und wie kam es zu dem neuen Motto: Mer Kölsche danze us der Reih? Damit soll zum einen auf die traditionelle Bedeutung des Tanzens im Karneval hingewiesen werden und zum andern auf das leicht rebellische Wesen des Rheinländers, so im Kern die Erklärung des Festkomitees.

Alles Zukunftsmusik für Christoph Kuckelkorn. Der schwelgte gestern allein im Hier und Jetzt, als er seinen letzten Zug als Zugleiter abnahm. Was überwiegt dabei: Die Tränen in den Augen oder der Stein, der vom Herzen fällt? „Ein bisschen von beiden“, sagt Kuckelkorn. Mit den Tränen habe er immer wieder kämpfen müssen, weil dieser Rosenmontag einfach ein perfekter Tag gewesen sei. „Das traumhafte Wetter – fast kein Tropfen ist vom Himmel gefallen.“ Immer wieder hätten die Menschen ihn darauf angesprochen, dass dies sein letzter Zoch als Zugleiter sei und ihm gedankt. Und besonders emotional sei für ihn gewesen, dass sein Vorgänger, Alexander von Chiari mit ihm auf dem Wagen war. Da habe er es sich auch mal gegönnt, den Funk für ein paar Minuten abzuschalten, um ganz bei seinen Freunden, bei seiner Familien und bei den Jecken zu sein. „Diesen Zug so bewusst zu erleben – das war schon echt heftig, das zerreißt einen“, sagt der scheidende Zugleiter. Und wie zum Beweis steigen sie auf, die Tränen in seinen Augen.

 

 

 

 

 

 

 

Das Motto 2018 „Mer Kölsche DANZE us der Reih




Der Stein, der zugleich von seinem Herzen fällt, ist ein ordentlicher Brocken. Zwölf Züge hat Kuckelkorn verantwortet. Bei keinem ist es zu einem namhaften Zwischenfall gekommen. „Ich habe einen guten Stab, der mit mir alles minuziös vorbereitet. Gerade was das so wichtige Thema Sicherheit betrifft. Aber klar, am Schluss ist auch immer ein Quäntchen Glück mit dabei.“ Das in diesem Jahr die Polizei rund um den Zug massiv Präsenz zeigte, geht für Kuckelkorn vollends in Ordnung: „Alles, was das Sicherheitsgefühl steigert, ist wichtig und das unterstützen wir auch.“

Und welcher war in all den Jahren der schönste Zug? Christoph Kuckelkorn wird nachdenklich und sagt nach einer Weile: „Weil bei dem letzten Zug so alles von mir abgefallen ist und weil ich ihn deshalb dreimal mehr genießen konnte als andere, darum war er wohl der schönste für mich.“

Quelle: rundschau-online.de







 

 

           
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