Terrorschutz im Karneval

   

Fahrzeuge als Anschlagsbarriere in Bergisch Gladbach geplant

Offiziell spricht die Kreispolizei von einer geringen Gefährdungslage im Straßenkarneval in den Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises. Doch hinter den Kulissen planen die Verantwortlichen anders.

Feuerwehrautos könnten in diesem Jahr als Straßensperre gegen mögliche Lkw-Anschläge auf Karnevalszüge dienen. Foto: Wagner




Sie legen den Ordnungsbehörden der Gemeinden mobile Straßensperren ans Herz, um Anschläge wie in Nizza und Berlin zu verhindern. Hierzu sollen Fahrzeuge vom Technischen Hilfswerk (THW), der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen genutzt werden.

„Wir sind nicht der Nabel der Welt und stehen nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Die Gefahrenlage ist bei uns nicht wie in den Großstädten“, sagte Polizeisprecher Richard Barz dieser Zeitung. Mit dem Sicherheitskonzept im vergangenen Jahr sei die Polizei gut gefahren.

„Karneval soll Karneval bleiben. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es im Straßenkarneval nicht geben. Aber mit dem Präsenzkonzept der vergangenen Jahre sind wir gut gefahren“, sagte Barz. Man wolle zeigen, wie viel Polizei man habe, und bringe diese auf die Straße. Dies schrecke potenzielle Störer ab.

Zusätzlich zu den Einsatzkräften der Kreispolizei habe man Verstärkung vom Land NRW angefordert. Aktuell liege zwar noch keine endgültige Zusage für diese Einsatzkräfte vor, aber Gegenteiliges sei auch nicht mitgeteilt worden. Er, Barz, habe sich am Montag noch mit Polizeidirektor Elmar Rüther über die Situation unterhalten.

Rüther, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz, leitet und koordiniert die Einsätze an den Karnevalstagen. Der erfahrene Polizeidirektor sehe keine größeren Probleme auf sich zukommen. Alles werde so gehandhabt wie in den Vorjahren.




Brief an die Kommunen

Ein Brief, den Rüther an die Kommunen geschrieben hat, spricht jedoch eine andere Sprache. Fünf Tage vor dem offiziellen Pressetermin hat der Polizeidirektor persönlich die Ordnungsbehörden der Gemeinden um Kooperation bei der Einrichtung von mobilen Straßensperren gebeten.

Rüther kündigt den Gemeinden an, dass sich Polizeibeamte in den nächsten Tagen mit den Ordnungsbehörden der Gemeinden in Verbindung setzten, um im Interesse höchstmöglicher Sicherheit notwendige Maßnahmen abzusprechen.

Die Feuerwehr Bergisch Gladbach sieht das geplante Vorhaben mit Einsatzmitteln der Feuerwehren, des Rettungsdienstes oder des Katastrophenschutzes als problematisch an.

Frank Haag, stellvertretender Leiter der Feuerwehr: „Neben Fürsorgeverpflichtungen für die auf diesen Fahrzeugen eingesetzten Kräfte sind diese Einsatzmittel zur unmittelbaren Hilfeleistung, gerade bei großen Schadenlagen, dringend erforderlich, und zwar unbeschädigt.“

Weiterhin sei während einer Veranstaltung immer davon auszugehen, dass die Einsatzmittel an anderer Stelle eingesetzt werden müssen. Damit würde dann die geplante Schutzwirkung wegfallen.




Glasverbote

In Odenthal bleibt das generelle Glasverbot für den Weiberfastnachtszug in Voiswinkel auch im siebten Jahr bestehen. Es gilt von 12.00 Uhr bis 18.30 Uhr entlang des Zugweges rund um die St.-Engelbert-Straße. Es gibt wieder Kontrollpunkte, an denen das Ordnungsamt die Einhaltung überprüft. Mitgenommen werden dürfen nur Plastikflaschen bis 0,5 Liter Fassungsvermögen.

In Kürten bleibt es ebenfalls beim Glasverbot entlang der Zugwege. Dort gilt es jedoch an allen Tagen, an denen Züge gehen, also Weiberfastnacht, 23. Februar, in Bechen, am Samstag, 25. Februar in Kürten und am Rosenmontag, 27. Februar in Dürscheid, jeweils in der Zeit von 12 bis 3 Uhr nachts. Besucher der Züge, die dagegen verstoßen, müssen mit Bußgeldern rechnen.

Quelle: ksta.de




           
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