Traditionskorps planen Anbauten an Kölner Torburgen

   

Hahnentorburg, Ulrepforte, Sachsenturm – all diese historischen Stadtgemäuer und Türme sind Heimat großer karnevalistischer Traditionskorps. Mit großem finanziellen Aufwand kümmern sich die Vereine um deren Erhalt. Und sie planen allesamt Anbauten, um dem gestiegenen Raumbedarf gerecht zu werden. Das alles im Einklang mit dem Denkmalschutz.

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In der Brücke an der Hahnentorburg befindet sich das Casino der Ehrengarde. Diese wird bald abgebrochen. Foto: Rosenbaum

 

 

EHRENGARDE

Die Hahnentorburg ist seit 1988 Heimat der Ehrengarde. Hier verfügt das Korps über Kleiderkammer, Geschäftsräume und einen Versammlungsraum in einer angebauten Brücke. Im Zuge der Umgestaltung des Rudolfplatzes wird diese Brücke nun Anfang 2017 abgebrochen, die Ehrengarde wird dann vorübergehend komplett aus der Torburg ausziehen müssen. „Wir haben den Wunsch und die Vision, auch künftig unsere Versammlungsstätte zu behalten“, sagt Präsident Hans-Georg Haumann. Wie die Rundschau erfuhr, sollen verschiedene Architekturbüros in einem Ideenwettbewerb Vorschläge für einen neuen, modernen Anbau an die Burg ausarbeiten. Politik und Verwaltung sind involviert. Jedes Jahr investiert das Korps etwa 70 000 Euro in den Erhalt der Hahnentorburg.

BLAUE FUNKEN

Nach der Entschuttung des Sachsenturms im April 1969 folgte am 11. November des gleichen Jahres die Grundsteinlegung für das Domizil der Blauen Funken. In den vergangenen Jahren wurde in den Brandschutz und den Ausbau des Kellers investiert. Spätestens im Frühjahr 2017 soll ein Architektenwettbewerb für einen Anbau abgeschlossen sein. „Damals hatten die Blauen Funken 120 Mitglieder, heute sind es mehr als 500. Verschiedene Veranstaltungen können wir im Turm nicht mehr durchführen“, sagt Präsident Peter Griesemann. Im Anbau, für den nach Vorstellung der Funken in zwei Jahren die Baugenehmigung vorliegen soll, sollen Geschäftsstelle und ein Versammlungsraum Platz finden. „Wir wünschen uns einen harmonischen und schönen Anbau“, betont Griesemann. Der Denkmalschutz sei bereits in die Planungen eingebunden. allein für den Architektenwettbewerb wollen die Funken 75 000 Euro investieren.

 

 

ALTSTÄDTER

Schon seit geraumer Zeit suchen die Altstädter nach einem repräsentativen Standort in der Altstadt. Derzeit befinden sich Geschäftsstelle, Casino und Kleiderkammer am Alter Markt über dem Café „Extrablatt“. In dem Versammlungsraum können 100 Personen feiern. Die Altstädter haben die Räume gemietet und wollten zuletzt das gegenüber gelegene „Rote Haus“ erwerben, wo sich der Eingang in die U-Bahn-Station Alter Markt befindet. Den Zuschlag erhielt jedoch eine Investorengruppe, die dort ein Hotel errichten will. „Wir haben keine Eile. Wenn sich etwas ergibt, werden wir erneut unser Interesse bekunden“, sagt Altstädter-Sprecher Peter Albert Schaaf. In dem derzeitigen Domizil werden jede Woche Korpstreffen und Stammtische abgehalten.

ROTE FUNKEN

Gerade erst hat der „Förderverein Ühlepooz“ Jubiläum gefeiert. Seit 50 Jahren kümmern sich die Gönner um den Erhalt der Ulrepforte, in der sich das Quartier der Roten Funken befindet. Weil die Geschäftsstelle notdürftig im Senatszimmer untergebracht ist, planen die Funken schon seit einigen Jahren einen flachen Anbau in Richtung Sachsenring. Etwa 130 Quadratmeter Fläche wollen die Funken hierdurch gewinnen. „Wir warten auf die Baugenehmigung, alle Auflagen in puncto Denkmalschutz sind erfüllt“, berichtet Funken-Sprecher Dieter Szary. Nach der Karnevalssession 2016/17, also im Frühjahr 2017, solle der erste Spatenstich erfolgen. Im Keller der Ulrepforte, wo sich ein Versammlungsraum befindet, ist ein Notausgang in Richtung Ulrichgasse gebaut worden. Zuletzt war der Haupteingang zum Turm bereits auf die Rückseite des Gebäudes verlegt worden.

 

Quelle: rundschau-online.de

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