Vorstellabend der Kajuja – Sitzungspräsident und Nubbel räumen ab

   

„Stoppt die Bierversuche“, appelliert der gestandene Kampftrinker leicht lallend angesichts abenteuerlicher Adventskreationen wie Bier mit Lebkuchen-Bratapfel-Geschmack beim Vorstellabend der Kajuja im Tanzbrunnen und echauffiert sich über die Armeen von Nikoläusen, die spätestens im September die Paletten mit Dominosteinen und Marzipanbroten in den Supermärkten bewachen. Bei seiner mitreißenden dritten Persiflage bei der Kajuja nimmt der angesäuselte Sitzungspräsident (Volker Weininger) die „verrückteste Zeit im Jahr“, die Adventszeit, ins Visier, die auch in Massenbesäufnisse auf den Weihnachtsmärkten („Rock am Ring für Büroangestellte“) ausartet.

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Zunge raus: Sitzungspräsident Volker Weininger echauffiert sich beim Kajuja-Vorstellabend über Nikoläuse im September. (Fotos: Belibasakis)

 

Afrikanische Freude für deutsche TrauerweideMit Standing Ovations wird auch der Escher Ralf Knoblich gefeiert, der als „Dä Knubbelisch vom Klingelpötz“ seine bisher beste Typenrede op Kölsch hält. Der „Deliktdesigner“ aus der All-Inclusive-Anlage in Ossendorf schließt auch liebevoll die noch intakte kölsche Welt seiner Veedelsweetschaff „Zum löstige Scharfrichter“ auf, wo einem der Einlass ohne Vorstellungsgespräch beim Türsteher gewährt wird.

 

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Applaus, Applaus: Max Rohde von der Band King Loui.

 

Die Ausreißer nach unten: Der hohl quasselnde allenfalls mittelmäßige Comedian Horst Fyrguth und „Der unglaubliche Heinz“ mit einem verkrampft-verklampften Auftritt. Fiasko, Lupo, Plaisier, Miljö und Jot Drop punkten mit Kölschrock. Die Tanzcorps der Rheinmatrosen, Kölsche Harlequins und Strunde Pänz präsentieren ihre dynamisch choreographierten Sessionstänze und zeigen sich dabei in Frühform.

 

 

„Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck“ lautet das neue Sessionsmotto, an dem der Grandseigneur aus dem Souteräng des hillije Kölle beim Vorstellabend des Literarischen Komitees in der Flora kaum Gefallen findet. „Ich hatt och en Idee“, berichtet der Nubbel (Michael Hehn), „Alaaf für Düsseldorf, koht AfD.“ Doch im neuen Motto entdeckt der Nubbel auch einen Vorteil: „Dat es nit verkeeht/Et ehtze Mol zick dauend Johr/kein Nikuta-Mottoleed.“ Nachdem er die fiese Verwandtschaft von Mömmesfresser und Schruppsüffer verdammt hat, spottet der Föösch der Ungerwelt über das Stauchaos in Köln. Doch auch hier macht er den Blick frei auf einen Vorzug: „Die einzije Saach em iwije Stau, vun der ich op de Zoobröck schwärme/sin die bläcke Föttche in der Claudius Therme.“ Auch in diesem Jahr begeistert der Nubbel mit einer grandiosen Reimrede. Fastelovend vom Feinsten! Das gilt auch für die „Zwei Hillije“ (Bernd und Wolfgang Löhr), die als „eineiige Kusängs“ dem Krätzchen huldigen und mit unsinnigem Klamauk ins Herz treffen. Schade, dass sie nach ihrem dritten Auftritt beim Literarischen Komitee nächstes Jahr nicht mehr dabei sein können.

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Aus dem Reich der Pubertiere berichtete Anne Vogd während des Vorstellabends des Literarischen Komitees.

 

Anne Vogd berichtet als gestresste Mutter aus dem Reich der Pubertiere. Ihre Erfahrungen mit den Marotten pubertierender Söhne bieten Identifizierungspotenzial. Gisbert Fleumes (Rupert Schieche) serviert als dichtende Servicekraft im 16. Ausbildungsjahr und „bekennender Odist“ originelle Ideen und kreativen Klamauk. Bei den Bands feiern „The Kölsch Cats“ mit Swing op Kölsch ein gelungenes Debüt. Fazit: Zwei starke Vorstellabende mit viel Vorfreude auf die Session – und hohe Messlatten für die weiteren Abende.

 

Ehrung

Zu Beginn des Vorstellabends in der Flora zeichnete Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach „Weltenbummler“ Gerd Rück mit der „Willy-Millowitsch-Medaille“ aus. Die Medaille wird an Kölner verliehen, die sich in besonderer Weise um den Karneval verdient gemacht haben. Gerd Herkenrath zeichnete die karnevalistische Karriere Rücks nach und würdigte dessen karitatives und soziales Engagement.

 

 

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