Wie witzig sind Kölns Büttenredner?

   

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Kölns Büttenredner

Die Auftaktwochen des Sitzungskarnevals gehörte vor allem den Herrensitzungen, deren Programm recht rednerlastig ist. In den Vorträgen dominieren Abgasskandal, Fifa-Desaster und Stauirrsinn. Wer bringt’s am witzigsten rüber?

Als Deutschlehrer, so behauptet es Martin Schopps, sei sein Job ähnlich aussichtsreich wie der einer Sternsingergruppe in der Keupstraße. Überhaupt sei Dreisatz längst keine Disziplin der Mathematik mehr, sondern Bestandteil des Deutschunterrichts. Die Sätze der Schüler bestünden aus Subjekt, Prädikat, Beleidigung. Im richtigen Leben ist er tatsächlich Lehrer, er arbeitet äußerst unterhaltsam den Schulalltag ab und sorgt darüber hinaus mit Gitarre und umgetextete Klassikern wie „Ming eeste Fründin“ für ordentlich Stimmung. Damit katapultiert sich der Sohn von Rumpelstilzchen Fritz Schopps dieses Jahr in die Riege der Top-Redner des Kölner Karnevals.

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Martin Schopps

Der Nubbel – eine Figur für die Bütt

Die Auftaktwoche des Sitzungskarnevals gehörte vor allem den Herrensitzungen, deren Programm recht rednerlastig ist. Wer hier zu später Stunde bestehen will, braucht gute Nerven – aber vor allem gute Witze. Fernseherprobte Redner wie Marc Metzger, Guido Cantz und Bernd Stelter haben das Niveau in den vergangenen Jahren derart in die Höhe geschraubt, dass es Nachwuchs-Kräfte immer schwerer haben, den Sprung in die Bütt zu schaffen.

Ein neues Gesicht in der Bütt ist Michael Hehn, der als „Nubbel“ auftritt und in seinem Kostüm eine Figur des karnevalistischen Brauchtums verkörpert. Das Festkomitee ließ ihn sogar bei der Proklamation auftreten. Nicht jeder seiner gereimten Witze zündet, doch er ist eine Bereicherung in der zuletzt recht eintönigen Redner-Landschaft.

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Marc Metzger

Für seine Vorträge gefeiert wird auch in diesem Jahr Marc Metzger, der sich nach eigenem Bekunden als „Spaßmacher“ versteht und damit ein wenig frei macht vom Zwang, die erwartbaren Themenkomplexe abzuhandeln. Denn in der Bütt dominieren dieses Jahr vor allem die VW-Abgasaffäre, der Fifa-Skandal, das Kölner Verkehrschaos oder die Wildpinkler. Beispiel: „Aus der Kirche austreten ist in Ordnung. An der Kirche austreten nicht“, witzelt Guido Cantz. Neben Metzger und Schopps gehört er wieder zu den Top-Rednern.

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Guido Cantz

Zum festen Inventar in den Sitzungssälen zählt erneut Jupp Menth, als „Ne kölsche Schutzmann“, der letzte Redner, der ab und zu auch kölsch spricht. Er schimpft Gerhard Schröder als „Putins rektalen Untermieter“ und findet die Antwort, warum Wildpinkeln in Düsseldorf 100 Euro Strafe kostet. „Logisch: Altbier brennt Löcher in den Beton“. Ans Aufhören hat Menth schon öfter mal gedacht – Grund gibt es nach dieser Session nicht.

Das Publikum einbeziehen

Etabliert haben sich „Hausmann“ Jürgen Beckers, ebenfalls Redner bei der Proklamation, und Jörg Runge als „Dä Tuppes vum Land“. Er reimt sich niveauvoll durchs Weltgeschehen und lässt die Besucher in den Sälen mehrfach durch einfache Wortspiele seine Reime vollenden – das erhöht die Zuhör-Quote und funktioniert selbst, wenn die Menschen im Saal eher nicht mehr nüchtern sind.

Was Runge in Reimform bietet, bringt Bernd Stelter mit Gitarre gesanglich auf die Bühne. „Sie denunzieren, massakrieren sich in diesem ehrenwerten Haus“ singt er zum WM-Bestechungsskandal über die DFB-Zentrale. Der Applaus ist auch hier groß.

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Sitzungspräsident Volker Weininger

„Sitzungspräsident“ Volker Weininger begeistert erneut als hackevoller Karnevalist, er lässt sich das Bier mit launigen Sprüchen im Minutentakt ans Mikro liefern und philosophiert über „nächtliches Stützbier“ und die „Zapfanlage auf seinem Nachttisch“.

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